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Nach 10,6 Milliarden Dollar Umsatz: Kirkland & Ellis gibt keine Zahlen mehr an die Fachpresse
Die umsatzstärkste Kanzlei der Welt will ihre Zahlen nicht mehr nennen. Kirkland & Ellis hat The American Lawyer schriftlich mitgeteilt, dass 2026 das letzte Jahr ist, für das die Kanzlei Umsatz und Gewinn offenlegt; das Moratorium gilt auch für Bloomberg Law und andere Branchenmedien. Begründung: Die Kennzahlen böten Mandanten keinen Mehrwert und setzten Anreize, Quantität über Qualität zu stellen. 2025 hatte Kirkland 10,6 Milliarden Dollar umgesetzt, der Gewinn je Equity-Partner stieg um 20 Prozent auf 11,1 Millionen Dollar.
Von Konstantin Hellwig, Redaktion Kanzleikosmos: Markt, Berufsrecht, Digitalisierung, Gebühren, Köpfe der Anwaltschaft

Kirkland & Ellis zieht sich aus dem Zahlenwettbewerb der Kanzleien zurück. Die Chicagoer Kanzlei hat dem US-Fachblatt The American Lawyer schriftlich mitgeteilt, dass sie künftig keine Angaben mehr zu Umsatz und Gewinn macht; 2026 ist das letzte Jahr, für das sie Daten liefert. Das Moratorium gilt nach Angaben der Kanzlei auch für Bloomberg Law und andere Medien, die über das Geschäft der Anwaltschaft berichten. LTO griff die Nachricht am 9. Oktober 2026 auf, Crain's Chicago Business hatte am 7. Oktober berichtet.
Zur Begründung erklärte Kirkland, die Offenlegung von Umsatz- und Gewinnzahlen biete Mandanten keinen Mehrwert und bilde die Qualität der Beratung nicht ab. Rankings auf dieser Basis schafften Anreize, quantitative Kennzahlen über qualitative Stärken zu stellen. Der Zeitpunkt fällt auf ein Rekordjahr: 2025 überschritt Kirkland als erste Kanzlei die Marke von 10 Milliarden Dollar Umsatz, mit 10,6 Milliarden Dollar; der durchschnittliche Gewinn je Equity-Partner stieg um 20 Prozent auf 11,1 Millionen Dollar.
Die AmLaw-Rankings, die seit Jahrzehnten die Hackordnung der US-Kanzleien festlegen, beruhen auf freiwilligen Angaben; fehlende Daten schätzen die Redaktionen. In Deutschland veröffentlicht JUVE jährlich Umsätze der 50 größten Kanzleien, ebenfalls auf Basis von Selbstauskünften und Schätzungen.
Was das für Kanzleien heißt
Für den deutschen Markt ist die Nachricht ein Signal an die Partner, die Kirkland in München mit Spitzengehältern abwirbt: Die Zahlen, die den Wettbewerb anheizen, verschwinden, der Wettbewerb nicht. Kanzleien, die ihre Umsätze gegenüber JUVE nennen, sollten prüfen, ob die Veröffentlichung ihnen bei Mandanten nützt oder nur beim Abwerben ihrer Partner. Kirkland hat die Frage für sich beantwortet.
Quellen
- LTO: Kirkland & Ellis will zur Geschäftsentwicklung schweigen, 9. Oktober 2026 (9. Oktober 2026)lto.de/recht/kanzleien-unternehmen/k/kirkland-ellis-keine-ofTier 4
- Bloomberg Law: Kirkland Goes Dark on Reporting Revenue and Profits to Medianews.bloomberglaw.com/business-and-practice/kirkland-goes-daTier 4
- Crain's Chicago Business: Kirkland & Ellis to stop disclosing financial results, 7. Oktober 2026 (7. Oktober 2026)chicagobusiness.com/law/ccb-kirkland-ellis-stops-disclosing-Tier 4
Laut Kanzleikosmos
„Die umsatzstärkste Kanzlei der Welt will ihre Zahlen nicht mehr nennen. Kirkland & Ellis hat The American Lawyer schriftlich mitgeteilt, dass 2026 das letzte Jahr ist, für das die Kanzlei Umsatz und Gewinn offenlegt; das Moratorium gilt auch für Bloomberg Law und andere Branchenmedien. Begründung: Die Kennzahlen böten Mandanten keinen Mehrwert und setzten Anreize, Quantität über Qualität zu stellen. 2025 hatte Kirkland 10,6 Milliarden Dollar umgesetzt, der Gewinn je Equity-Partner stieg um 20 Prozent auf 11,1 Millionen Dollar.“
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